Besuch in der Moschee

Wieso feiern die türkischen Schüler nicht Ostern? Wer war eigentlich Mohammed? Was bedeutet Ramadan? Was steht im Koran? Müssen Moslems wirklich fünfmal am Tag beten? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Schüler der 8b der Realschule zur Windmühle in den letzten Wochen im Religionsunterricht.
„Die Kenntnis und die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Religionen ist ein Schlüssel zum besseren Miteinander und zum Verständnis der Welt“, ist sich Religionslehrerin Kornelia Lins sicher. Nach ihrer Einschätzung sei gerade das Wissen über den Islam bei vielen Schülern lückenhaft und von Klischees geprägt. So ging es im Unterricht zunächst einmal darum, wichtige Informationen über die islamische Kultur zu vermitteln. „Dabei entdeckten die Schüler nicht nur Unterschiede zu unserer Religion, sondern auch viele Gemeinsamkeiten“, berichtet Lins.

Einen interessanten und anschaulichen Abschluss der Unterrichtsreihe bildete der Besuch der Moschee in Neubeckum am 29.Februar, der durch die Vermittlung eines türkischen Mitschülers zustande kam. Der Vorsteher der Gemeinde Imam Öztekeli und der Dolmetscher Herr Sahbaz nahmen die Schüler freundlich auf und bewirteten sie gastfreundlich. Beeindruckt waren die Schüler von dem großen Gebetsraum. Zwar hatten sich die Schüler bereits durch Filme ein Bild machen können, doch im Original wirkte diese Moschee noch prunkvoller und schöner. Herr  Sahbaz erzählte den Schülern einiges zum Glaubensleben der Moslems und nahm sich Zeit, die Fragen der Schüler zu beantworten. Im Anschluss hatten die Besucher noch die Möglichkeit am Mittagsgebet teilzunehmen. Diese Moschee, in der  rund 800 Gläubige Platz zum Gebet finden, ist eine von ungefähr 2500 in Deutschland. Rund 300 zahlende Mitglieder tragen durch ihre Spenden zum Unterhalt der Moschee bei.
Fünfmal am Tag kommen dort gläubige Moslems zusammen, um sich  zum Gebet zu versammeln und Richtung Mekka im Koran zu lesen. Das Morgengebet ist das wichtigste Gebet und wer daran teilnimmt, bekommt nach Aussage des Imams „einen sehr großen Segen von Allah“. Sehr eindrucksvoll demonstrierte der Imam den Schülern die Gebetshaltung und den Ruf des Muezzins, der nicht nur die Moslems, sondern alle Menschen zum Gebet einladen will. Vor dem Betreten des Gebetsraums ziehen die Gläubigen  ihre Schuhe aus und reinigen sich gründlich. Die Frauen beten getrennt von den Männern auf der Empore. Die Moschee ist jedoch nicht nur Gottesdienst- und Gebetshaus, sondern auch Versammlungshaus für die Mitglieder der Gemeinde. So bietet die Gemeinde an den Wochenenden z. B. einen Korankurs für Mädchen und Jungen an.

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