“Was macht mein Kind im Internet?

Während die Teenager sich längst wie selbstverständlich im Netz bewegen, verstehen viele Eltern nicht mehr, was ihre Kinder dort tun.

„Die Eltern müssen die Angst vor dem Internet verlieren“, findet Sebastian Mailahn. Unter der Fragestellung „Was macht mein Kind im Internet?“ referierte der Lehramtsstudent am Mittwoch, dem 11. Februar um 18.30 Uhr in der Aula der Realschule zur Windmühle. In seinem Vortrag informierte er über Bedrohungen für Kinder im weltweiten Netz, aber auch über die Chancen, die das Internet den jüngsten Nutzern bieten kann.
Sebastian Mailahn
Eltern müssten nicht alles verstehen, was ihre Kinder im Internet machten, bemerkte Mailahn, freier Mitarbeiter des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf. Sie sollten allerdings die Inhalte kontrollieren, ohne aber das „Postgeheimnis“ zu verletzen und womöglich Mails zu lesen, die die Kinder mit ihren Freunden austauschten.
Ideal sei es, wenn Familien klare Regeln aufstellten, Nutzungszeiten und Seiten festlegten. Kinder sollten mit in die Verantwortung genommen werden, empfahl Mailahn. So sollten sie darauf hingewiesen werden, dass es verboten ist, Musik über das Internet zu tauschen, es aber Alternativen, etwa das kostenfreie Programm „Clip Inc“ zum Mitschnitt von Musik aus dem Internetradio, gibt. Auch das Verhalten in Chatrooms könne trainiert werden. Chatten nicht verbieten, sondern Regeln zum Schutz vereinbaren und erproben! Generelle Verbote sind unproduktiv! Sie führen nur zum heimlichen Tun und bewirken Vertrauensverlust!

Zwei einfache, aber entscheidende Regeln für den Aufenthalt im Internet sollten von Anfang an ganz selbstverständlich angewandt werden.

1. Keine persönlichen Informationen weitergeben
So, wie die Kinder fremden Menschen im “realen” Leben keine Auskunft geben, sollten sie auch im Internet niemals persönliche Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer oder andere Informationen über sich oder die ganze Familie preisgeben.
2. Verdächtige Seiten melden
Kinder sollten wissen, dass sie ihre Eltern hinzuziehen können, wenn ihnen etwas komisch vorkommt. Jüngere Kinder werden kaum die Einordnung “das ist pornografisch” oder “das ist rassistisch” vornehmen können. Aber sie merken meist sehr genau, wenn “etwas nicht stimmt”.

Wichtig sei der offene Umgang mit Internet-Problemen, bemerkte der Referent und zitierte eine Studie, wonach 60 Prozent der Internet-Nutzer schon einmal in eine Falle getappt sind. Diese Fehler dürften nicht vertuscht, sondern müssten gemeinsam angegangen werden.

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