Leser sind die besseren Lerner!

Lesen macht schlau!

Nur Behauptungen oder wissenschaftlich erwiesen? Die Richtigkeit dieser beiden Überschriften den Eltern der Klassen 5 und 6 nahe zu bringen, hatten sich die beiden Referentinnen, Frau Irmgard Weber und Frau Ellen Greiwe, zum Ziel gesetzt. Das Phänomen Lesen bereitet unseren Schülern immer mehr Schwierigkeiten und somit auch das Verstehen von Texten.
Es wurde noch einmal sehr deutlich gemacht, dass das Lesen eine kulturelle Schlüsselqualifikation ist und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eröffnet. Ferner ist Lesen das Werkzeug für die Aneignung, Organisation und Anwendung von Wissen, also auch notwendige Voraussetzung für den kompetenten und selbstbestimmten Gebrauch aller Medien (auch des Computers).

Doch sind im letzten Jahrzehnt verstärkt Probleme – wie oben schon angedeutet – entstanden: Die Wissenskluft zwischen Lesern und Nichtlesern wird immer größer. Nichtleser haben geringeren schulischen und beruflichen Erfolg und die geringe Lesefähigkeit ist ein enormer Chancennachteil und wird zunehmend zu einem sozialen und politischen Problem.
Die Befunde der PISA-Studie sind alarmierend: 42% aller deutschen 15-jährigen Schülerinnen und Schüler geben an, nicht zum Vergnügen zu lesen; das ist der höchste Wert unter den europäischen Industrieländern. Fast ein Viertel (23%) aller deutschen Schülerinnen und Schüler dieser Altersstufe befinden sich auf der ersten Kompetenzstufe, oder erreichen diese nicht.
Was ist also zu tun? Hier sind in hohem Maße die Eltern gefordert, die eine Vorbildfunktion einnehmen, denn „lesende Eltern fördern lesende Kinder“. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland, was das Engagement der Eltern angeht, ihre Kinder zum häufigen Lesen anzuhalten, an unrühmlicher 7. Stelle.

Es wurde den Eltern an diesem Abend unmissverständlich klar gemacht, dass zu früher und zu häufiger Medienkonsum negative Auswirkungen auf die Kinder hat. So hat man in einer Studie festgestellt, dass Kinder mit eigenem Fernseher im Zimmer weniger lesen, in den Fächern Deutsch, Geschichte und Geografie mindestens eine Note schlechter als ihre Mitschüler sind und über große Aufmerksamkeitsdefizite verfügen. Immer mehr Schüler leiden unter Sprach- und Sprechstörungen, Tendenz steigend.

Lesen ist dem Menschen nicht in die Wiege gelegt . Flüssiges Lesen ist somit das Resultat tausender Stunden Übung.
Sind Leser denn wirklich die besseren Lerner? Auf jeden Fall, denn durch das Lesen erwirbt man Wissen und „Wissen schlägt Intelligenz“.
Die Frage, die die Eltern an diesem Abend brennend interessierte, lautete: Was kann ich tun, damit meinem Kind das Lesen Spaß macht? Tote Buchstaben müssen zum Leben erweckt werden, das heißt, Neugierde muss geweckt werden. Die Interessensrichtungen der Kinder muss von den Eltern erkannt werden. Dazu dient vor allem das schon sehr frühe Vorlesen, denn hierbei entwickeln sich Strukturen im Gehirn, die das Sprachvermögen und auch die Phantasie anregen. Vorlesen ist für die Leseförderung „so wichtig wie das Zähneputzen“.
Kinder, die bis zum 10. Lebensjahr nicht fließend lesen können, benötigen ein besonders hohes Maß an Förderung, insbesondere wenn sie sich nicht richtig ausdrücken können: „Sprechen und Lesen gehören zusammen“ und „Lesen lernt man nur durch Lesen“.

Die Referentinnen beendeten ihren Vortrag mit diesem schönen Satz:

Ein Buch ist ein Freund,
der deine Fähigkeiten aufdeckt;
es ist ein Licht in der
Finsternis und ein Vergnügen
in der Einsamkeit;
es gibt, aber es nimmt nicht.

(Mosche Ibn Esra)

Die Schulleiterin, Frau Schmidt, bedankte sich bei Frau Weber und Frau Greiwe für ihren vorzüglichen Vortrag und auch für die bisherigen Informationsabende über „Lese-Rechtschreib-Schwäche“ und „Konzentrationsstörungen“ und übereichte ihnen unter dem Applaus der Zuhörer je einen Blumenstrauß.

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